Das Heft „Wo gibt’s denn hier Vulkane?“ zeigt anhand vieler besonderer Lokalitäten, dass die vulkanische Vergangenheit der Region noch heute erkennbar ist. Beispiele sind nicht nur unterschiedliche Lavaströme am Glauberg und bei Gedern, sondern auch das rote Schlackengestein bei Michelnau, das noch die ausgeworfenen vulkanischen Bomben erkennen lässt. Auch Schlote, in denen das aufsteigende Magma entweder explosiv ausgebrochen oder erstarrt ist, sind zu finden, so bei Schotten-Sichenhausen und bei Ortenberg. Die ältere und die jüngere Erdgeschichte werden ebenfalls beleuchtet. Die Steinbrüche und Felsen gelten als Geotope, also als „Schaufenster in die Erdgeschichte“, weshalb einige von ihnen als mögliche Ausflugsziele mit Karte beschrieben sind. Es wird deutlich, dass Vulkangebiet Vogelsberg viel größer ist, als allgemein angenommen wird. Es erstreckt sich weit in den Wetteraukreis, in den Kreis Gießen und bis in den Kreis Marburg Biedenkopf.

Das Heft wurde nun in erweiterter Form und mit höherer Bildqualität neu aufgelegt. Es wurden zwei zusätz¬liche Lokalitäten aufgenommen, die nicht nur geologisch interessant sind, sondern deren Erforschung auch schon früh begonnen hat. Die eine Lokalität ist der Bereich der Salzquellen von Bad Salzhausen, die andere ist der Wilde Stein von Büdingen. In einem historischen Wissenschaftsstreit ging es um die Entstehung des Basalts. Eine „heiße“, also vulkanische Herkunft des dunklen Gesteins, war gar nicht so selbstverständlich, wie es heute scheint. Hierzu lieferte der Wilde Stein aber gute Belege mit einem zweiten Gestein, das hier entstand. Das war ein wichtiger Grund, den Wilden Stein bei der Neuauflage mit aufzunehmen.

Bei den Felsen am Wilden Stein wurde jetzt das erweiterte Heft vorgestellt. Bürgermeister Benjamin Harris und Arnika Haury als Leiterin der Stabstelle Stadtmarketing freuten sich, dass dieser Ort dazu ausgewählt wurde. Lothar Keil, der den Wilden Stein einst wieder freigelegt hatte, war in die Erstellung des Textes einbezogen. Bei ihm im Sandrosenmuseum ist zu den Öffnungszeiten am Wochenende auch eine Gesteinsprobe zu sehen, die als „Hexe vom Wilden Stein“ bekannt wurde. Die anwesenden Mitglieder der Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG) zählen alle zu dem größeren Kreis der Bildautoren. So lieferte Walter Gasche aus Büdingen unter anderem das Foto des Wilden Steins. Sektionsleiterin Kerstin Bär betonte, dass Schutz und Pflege der Geotope meist auch von den Kommunen abhängt und nicht selbstverständlich ist. Die DVG kann durch die Vermittlung der geologischen Kenntnisse nur dazu beitragen, dass der Wert von Geotopen deutlich wird. Das Heft richtet sich an erdgeschichtlich Interessierte, die dabei keine Vorkenntnisse benötigen. Die Sektion möchte Gästen und Einheimischen damit auch Einblicke in die Entstehung einer interessanten Landschaft bieten.

Das Heft ist erhältlich bei den Tourist-Infos in Büdingen, Bad Salzhausen, Gedern, im Vulkaneum Schotten sowie im Infozentrum am Hoherodskopf. Es ist auch über info@dvg-vb.de zu bestellen. Es wird für 8 € abgegeben.

BU: Bürgermeister Benjamin Harris (4.v.l.), Arnika Haury (Stadtmarketing Büdingen, 3.vl.), Beteiligte der DVG Andreas Rüb, Rudolf Schlinz, Kerstin Bär, Klaus Emrich und Walter Gasche. (Foto: Stadt Büdingen)