Studierende der Justus-Liebig-Universität präsentieren ihre wissenschaftlichen Analysen zur Innenentwicklung – über 90 Gäste verfolgen die Abschlussveranstaltung.
Bad Salzhausen, 15. Juli 2026 – Ein voll besetzter Saal, großes Interesse aus Kommunen, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft sowie wissenschaftliche Ergebnisse mit hoher Praxisrelevanz. Die Abschlussveranstaltung des interdisziplinären Kooperationsprojekts der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen zur Landesgartenschau Oberhessen 2027 wurde am Mittwochabend zu einem eindrucksvollen Beleg dafür, dass die Landesgartenschau bereits heute weit mehr ist als ein Ereignis im Jahr 2027.  Mehr als 90 Gäste verfolgten die Präsentationen der Studierenden, die sich in den vergangenen Monaten mit den Auswirkungen der Landesgartenschau auf die Innenentwicklung der Gastgeberkommunen beschäftigt hatten.

Begrüßt wurden die Gäste von Klaus Karger, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung im Wetteraukreis (WiReg), LGS-Geschäftsführer Thomas Hellingrath sowie Prof. Dr. Christian Diller von der JLU Gießen. In ihren Grußworten hoben sie die Bedeutung der ersten interkommunalen Landesgartenschau Hessens als Motor für nachhaltige Regionalentwicklung und die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und kommunaler Praxis hervor. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Jan Heitkamp (WiReg).

Klaus Karger machte deutlich, dass die Landesgartenschau bereits weit vor ihrer Eröffnung wichtige Entwicklungsprozesse angestoßen habe: „Bereits jetzt lässt sich erkennen, dass die Landesgartenschau wie ein Sonderkonjunkturprogramm wirkt, denn schon über 30 Millionen Euro an Fördermitteln konnten eingeworben werden.“ Gleichzeitig betonte er die gesellschaftliche Dimension des Projekts: „Die positiven Effekte der Landesgartenschau zeigen sich sowohl in den Ortskernen als auch an zahlreichen Orten unserer Kulturlandschaft. Genauso wichtig und erfolgreich ist das gestärkte soziale Engagement in Vereinen und Initiativen.“
Zu Beginn der fachlichen Präsentationen erläuterte Sina Happel, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Geographie der JLU Gießen, den Aufbau des Projekts und die wissenschaftliche Methodik. Grundlage der Untersuchungen waren unter anderem städtebauliche Bestandsaufnahmen, Ortsbegehungen, Experteninterviews sowie SWOT-Analysen.

Im Mittelpunkt aller vier Abschlussarbeiten stand die Leitfrage: „Welche Effekte auf die Innenentwicklung hat die Landesgartenschau Oberhessen 2027 bereits heute gebracht?“ Untersucht wurden die Gastgeberkommunen Bad Salzhausen, Büdingen, Hirzenhain und Gedern.

Die Ergebnisse zeichnen ein bemerkenswert einheitliches Bild. Die Ergebnisse zeigen übereinstimmend, dass die Landesgartenschau bereits heute als Impulsgeber für die Entwicklung der Gastgeberkommunen wirkt. Die Landesgartenschau wirkt bereits heute als Katalysator kommunaler Entwicklung. Fördermittel konnten schneller eingeworben, Planungsprozesse beschleunigt und neue Kooperationen zwischen Kommunen, Institutionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern aufgebaut werden. Darüber hinaus stärkt sie die interkommunale Zusammenarbeit und setzt Impulse, die weit über das Veranstaltungsjahr 2027 hinausreichen.
Für Bad Salzhausen zeigten die Studierenden auf, dass die Landesgartenschau die Weiterentwicklung des historischen Kur- und Parkgeländes als Gesundheits-, Erholungs- und Tourismusstandort unterstützt. Neue Angebote wie ein Abenteuerspielplatz und eine Adventure-Golf-Anlage erweitern das Freizeitangebot insbesondere für Familien und stärken die touristische Attraktivität des Kurortes.

In Büdingen steht der entstehende Stadtpark als zentrales Landesgartenschauprojekt im Fokus. Er wird die Innenstadt dauerhaft um neue Grün- und Aufenthaltsflächen bereichern. Die Untersuchungen belegen darüber hinaus verbesserte Fördermöglichkeiten, neue Kooperationen, insbesondere im Kulturbereich, sowie erste wirtschaftliche Impulse durch private Investitionen und zusätzliche Ferienwohnungen.

Für Hirzenhain verdeutlichten die Studierenden das Entwicklungspotenzial der geplanten Erlebnismeile. Die Aufwertung von Grünflächen, verbesserte Zugänge zum Gewässer, neue Begegnungsorte und Maßnahmen zur Klimaanpassung verbinden ökologische, städtebauliche und touristische Ziele und schaffen attraktive öffentliche Räume.
Jan Heitkamp, der die Veranstaltung moderierte und selbst studierter Landschaftsarchitekt ist, würdigte insbesondere die Qualität der vorgestellten Konzepte: „Mich freut besonders, dass die Planungen neue Freiräume mit einer deutlich höheren Aufenthaltsqualität schaffen. Gerade aus meiner fachlichen Perspektive der Landschaftsarchitektur weiß ich, welchen Wert solche durchdachten Freiraumkonzepte für die Entwicklung einer Kommune haben. Die vorgestellten Entwürfe zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in Hirzenhain steckt.“

Auch für Gedern bestätigt die Untersuchung die positive Wirkung der Landesgartenschau. Die stärkere Vernetzung von Schlosspark, Innenstadt und See sowie die Verzahnung mit bestehenden Stadtentwicklungsprojekten eröffnen neue Perspektiven für Tourismus, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Entwicklung. Die Landesgartenschau wirkt dabei als Beschleuniger bereits angestoßener Maßnahmen.

Die Präsentationen machten deutlich, dass die Landesgartenschau längst mehr ist als ein Veranstaltungsprojekt. Sie entwickelt sich bereits heute zu einem wichtigen Instrument der Innenentwicklung und regionalen Zusammenarbeit. Zahlreiche Projekte gewinnen durch sie an Dynamik, gleichzeitig stärkt sie das gemeinsame Bewusstsein für die Region Oberhessen.

Große Anerkennung fanden auch die wissenschaftlichen Arbeiten selbst. Die Studierenden überzeugten mit fundierten Analysen und praxisnahen Handlungsempfehlungen, die den beteiligten Kommunen wertvolle Impulse für ihre weitere Entwicklung liefern.

Beim anschließenden Get-together nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Studierenden. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Landesgartenschau, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerschaft diskutierten die Ergebnisse und deren Bedeutung für die weitere Entwicklung der Region.
Die Abschlussveranstaltung machte damit eindrucksvoll deutlich, dass die Landesgartenschau Oberhessen 2027 bereits heute Wirkung entfaltet. Sie stärkt die Innenentwicklung der Gastgeberkommunen, fördert Investitionen und Kooperationen und trägt dazu bei, die Region Oberhessen gemeinsam zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Zugleich zeigte das Kooperationsprojekt der JLU Gießen, welchen wichtigen Beitrag wissenschaftliche Forschung für kommunale Planungs- und Entwicklungsprozesse leisten kann. Die vorgestellten Analysen liefern Denkanstöße, konkrete Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen, die die Entwicklung der Gastgeberkommunen bis zur Landesgartenschau 2027 und darüber hinaus begleiten können.
 
Weitere Informationen erhalten Sie bei der:
 
Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung 
im Wetteraukreis mbH
Im Kloster 6
61194 Niddatal-Ilbenstadt
Tel.: +49 (0) 6034 93 855-0
E-Mail: info@wireg-wetteraukreis.de
 

Abbildung 1: Studierende der Justus-Liebig-Universität mit Projektbetreuenden seitens JLU und WiReg.
1. v. r.: Organisator und Moderator Jan Heitkamp von der WiReg.