Die Landschaft als Garten
Pressebericht zum Aktionstag von Oliver Potengowski

Der Aktionstag zur Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für eine interkommunale Landesgartenschau Oberhessen zeigte noch deutlicher als die Auftaktveranstaltung, wie entschlossen Bürger und Politik sind, sich für dieses Projekt zu engagieren. Dabei werden vor allem die Chancen für die Entwicklung der Region auch über eine mögliche Landesgartenschau im Jahr 2027 hinaus gesehen. In den elf Kommunen, die Interesse haben eine Landesgartenschau auszurichten, hatten sich Bürger am Nachmittag bei kleinen Veranstaltungen getroffen und diskutiert, welche Potenziale und Besonderheiten ihre Gemeinde oder ihre Stadt einbringen könnte. Dabei wurden auch Projekte und Entwicklungen diskutiert, die durch die Fördermittel, mit denen durch die Veranstaltung zu rechnen ist, finanzierbar wären und den Bürgern über eine Landesgartenschau hinaus nützen würden.

Diese Perspektive betonte auch Johann Senner, Inhaber des Planungsbüros Planstatt Senner, der mit der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie als Voraussetzung für eine Bewerbung beauftragt ist, bei der Abschlussveranstaltung im Bürgerhaus Ortenberg. Eine Landesgartenschau könne in der Region neben der Infrastruktur auch eine wirtschaftliche Entwicklung mit dauerhaften neuen Arbeitsplätzen anstoßen. Dabei ist er nach mehreren ausgiebigen Besuchen in Oberhessen überzeugt, dass die Region mehr als genügend Potenzial für eine Landesgartenschau hat. Dazu zählen unter anderem auch Schlösser, Klosteranlagen und andere historische Gebäude aber auch Landschaft und Geologie. „Es war mir bisher nicht bewusst, dass der nördliche Teil Ihrer Region zum größten Vulkangebiet Europas zählt.“ Berthold Passlack, Stadtrat in Ortenberg fasste die Idee, die Weite der Region zum Thema zu machen, zu einem Motto zusammen:„Die Landschaft ist der Garten“.

Senner erläuterte, dass eine interkommunale Landesgartenschau in Oberhessen das Wir-Gefühl der Region stärken könne. Damit stünden weniger die einzelnen Kommunen im Blickpunkt als die Gesamtheit mit den Unterschieden aber auch dem Verbindenden. Senner betont, dass Kommunikation für das Projekt Landesgartenschau absolut unentbehrlich sei. „Es ist wichtig in einer ländlich geprägten Region, dass man den Einzelnen abholt“, erläuterte er, dass man nicht nur darauf warten dürfe, dass Bürger sich von selbst beteiligen. Der Aktionstag zeigte, dass schon jetzt, sieben Jahre vor einer eventuellen Landesgartenschau das Interesse der Bürger in der Region groß ist. Sowohl bei den Veranstaltungen in den Kommunen als auch im Plenum im Bürgerhaus Ortenberg äußerten sie Ideen, wie die Region sich weiterentwickeln und durch die Veranstaltung die Infrastruktur gestärkt werden könnte. Darunter waren eher bodenständige Ideen, wie der Ausbau des Radwegenetzes zwischen den Kommunen, bei dem die Region oft noch an der Landesregierung scheitert.

Aber es wurden auch visionäre bis fantastische Ideen wie eine Seilbahn entlang des Niddertals, die auch zum Schülertransport dienen könnte, geäußert, die in eine Machbarkeitsstudie einfließen könnte. Vor allem auch die kleineren Kommunen haben erkannt, dass durch die Fördergelder, die im Umfeld einer Landesgartenschau fließen, auch Aufgaben und Projekte angegangen werden können, die dringend notwendig sind, die die Kommunen aber oft aus eigener Kraft nicht finanzieren können. Rita Herche, Ortsvorsteherin von Ranstadt sieht so eine Möglichkeit zur Sanierung der denkmalgeschützten Gewölbekeller in Dauernheim, die einsturzgefährdet sind.

Gederns Erster Stadtrat Herbert Weber wies darauf hin, dass neben den Fördermitteln in Höhe von 3,5 Millionen Euro zur Ausrichtung einer Landesgartenschau in der Vergangenheit 30 bis 50 Millionen Euro über andere Förderprogramme in die ausrichtenden Regionen geflossen seien.