Oberhessen ist in aller Munde

Auf dem Markt in Frankfurt werben Metzger und Bäcker mit oberhessischen Spezialitäten. Es gibt oberhessische Originale, oberhessische Gewaltausdrücke. Aber wo liegt dieses Oberhessen eigentlich? Wo sind seine Grenzen. Auf keinem Ortsschild steht „Willkommen in Oberhessen“.

Die oberhessische Sparkasse gibt es in Friedberg und Lauterbach. Die oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG) verkaufen ihren Strom in Lich, in Grünberg, in Bad Vilbel. Der Begriff Oberhessen war in den 80er Jahren fast in Vergessenheit geraten und wurde wiederbelebt.

Eine Gruppe von engagierten Privatpersonen und Unternehmern nahm sich Anfang der 90er Jahre vor, den Begriff Oberhessen zu reaktivieren und mit Leben zu füllen. Ziel war es, eine regionale Identität zu schaffen und mehr Gemeinsinn zwischen den Kommunen zu fördern. „Langfristig können die Aufgaben unserer Region nur befriedigend gelöst werden, wenn die Städte und Gemeinden bestimmte Aufgaben gemeinsam angehen und insbesondere bei regionalen und überregionalen Fragen gemeinsam abgestimmte Interessen vertreten.“  So formulierte es der Förderkreis Oberhessen in seinem Strategiepapier aus dem Jahr 1992.

Kurz darauf gründete sich der Verein Oberhessen. Mitglieder des Vereins sind Unternehmen, Privatpersonen, die elf Kommunen des östlichen Wetteraukreises und Schotten. Historisch gesehen bildet diese „aktuelle“ Region den Kern des historischen Oberhessen. Früher gehörte die ‚Provinz Oberhessen‘ zu Hessen-Darmstadt und umfasste ungefähr das Gebiet der heutigen Landkreise Wetteraukreis, Gießen und Vogelsberg.