Wandern macht Spaß
mit GPS auf Schatzsuche

Von wegen ,Kinder bekommt man nicht raus in die Natur‘. Wer möchte, der kann sich auf dem Hoherodskopf eines Besseren belehren lassen. An manchen  Tagen wimmelt es nur so von Kindern und Jugendlichen, die Spaß haben, sich in der Natur zu bewegen. Neben dem Kletterparcours sind es vor allem die GPS-Geräte, die es den jungen Entdeckern angetan haben. Wer einmal damit angefangen hat, der wird schnell von dieser Art des Wanderns in den Bann gezogen. Wobei der Begriff Wandern an dieser Stelle vielleicht etwas altmodisch klingt. Das neudeutsche Zauberwort heißt ,Geo-Caching‘. Geo-Caching ist im Grund nichts anderes wie eine Schnitzeljagd, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Anstatt Papierschnipseln und Kreidepfeilen geben Pfeile auf einem GPS-Gerät die Richtung an. Wandern liegt im Trend. Heute sucht man den Weg aber nicht mehr auf der Karte, sondern lässt sich von einem modernen Navigationsgerät für die Hosentasche den Weg weisen. Auf dem Hoherodskopf kann man solche GPS-Geräte auch ausleihen.

Für Außenstehende klingt das alles kompliziert, dabei ist es im Grunde ganz einfach: In der Landschaft werden bestimmte Punkte als GPS-Koordinaten festgelegt und in die Navigationsgeräte für die Hosentasche übertragen. Die Geräte geben mit Hilfe eines Pfeils oder einer Kartendarstellung die Richtung an, in die man laufen muss, um den Punkt zu erreichen.

„Achtjährige haben kein Problem, die GPS-Geräte nach einer kurzen Einführung zu bedienen“, erzählt Martina Bock vom Informations-Zentrum Hoherodskopf. Selbstverständlich haben auch der 14-jährige Julian und der 12-jährige Tim kein Problem mit der Bedienung des GPS-Gerätes. Gemeinsam mit 26 anderen Kindern aus Hirzenhain unternehmen sie eine Geo-Caching-Tour im Vogelsberg. Beim klassischen Caching muss man einen Schatz finden. An dem festgelegten Punkt ist eine kleine Dose versteckt, in der sich etwas Krimskrams befindet und ein Logbuch.

Man nimmt sich etwas heraus, legt für die anderen Schatzsucher etwas in die Dose hinein und trägt sich ins Logbuch ein. Die Kinder- und Jugendlichen aus Hirzenhain haben aber eine andere Aufgabe. Sie müssen nicht nur einen Punkt finden, sondern gleich zwölf. An den Zielen wartet keine Dose mit einem Schatz, sondern eine Aufgabe. An Infopunkten müssen sie kleine Aufgaben lösen. Beispielsweise, welche Bäume an dieser Stelle zu finden sind, wann der letzte Bär im Vogelsberg gesichtet wurde oder welche Aufgabe der Förster hat. Hilfestellung gibt es durch Hinweisschilder, die in der Nähe der Punkte stehen.

Für die Bestimmung der Bäume benötigt der 12-jährige Tim nur ein paar Sekunden: „Das ist eine Rotbuche, das eine Tanne und dieser Baum ist ein Ahorn.“ Mit diesem Wissen hätte der Schüler in einer Fernsehquiz-Show wohl so manchen Erwachsenen in den Schatten gestellt. „Ich gehe gerne mit meinem Vater in den Wald und helfe ihm beim Holzmachen“. Kinder in Oberhessen wachsen doch anders auf als Kinder in Frankfurt. Weiter geht es zum nächsten Punkt. Julian und Tim haben noch den 7-jährigen Elias und den 9-jährigen Pascal in ihrer Gruppe. Die beiden Kleinen laufen immer einige Meter hinter Julian und Tim und sie interessieren sich eigentlich mehr dafür, wo die anderen Gruppen sind und wer wem in die Karten schaut.

Immer wieder muss Julian die beiden ermahnen, sich nicht zu weit abfallen zu lassen. So eine Geo-Caching-Tour kann auch das Sozialverhalten stärken, eine gute Schule. Wer die Jugendlichen beobachtet, der kommt schnell zum Schluss, dass eine Tour im Vogelsberg vielleicht mehr bringt als so manche Sozialkundestunde in der Schule. Ohne ehrenamtliches Engagement würden die 28 Kinder aus Hirzenhain die Natur im Vogelsberg an diesem Sommertag im Juli wohl nicht genießen. Der Verein für Kinder- und Jugendförderung in Glashütten organisiert jedes Jahr Ferienspiele für 7 bis 14-jährige Kinder und Jugendliche aus Hirzenhain.

„Der Hoherodskopf ist der ideale Freizeitort, hier kann man so viel machen: Rodelbahn, Kletterwald, Minigolf, Geo-Caching und vieles mehr“, meint Mario Müller vom Verein. Julian, Tim und den anderen hat es auf jeden Fall Spaß gemacht. Sie haben ihre Aufgaben alle gelöst und würden sofort wieder auf GPS-Tour im Vogelsberg gehen.

Wandern mit GPS:  ein tolles Erlebnis in der Natur für jedes Alter

Nicht nur für Kinder und Jugendliche ist das Wandern mit einem GPS-Gerät ein riesiger Spaß. Auch bei Erwachsenen findet die neue Form der Streckensuche mehr und mehr Gefallen. Ein Navigationssystem ist eben nicht nur im Auto eine praktische Sache, sondern auch, wenn man mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Im Informations-Zentrum auf dem Hoherodskopf können Privatpersonen, Firmen und Gruppen eine Geocaching-Tour buchen. Die GPS-Geräte stellt das Infozentrum zur Verfügung.

Martina Bock vom Informations-Zentrum Hoherodskopf

Wer auf eigene Faust mit seinem Navi für die Hosentasche in Oberhessen und im Vogelsberg auf Tour gehen möchte, der findet im Internet zahlreiche Tourvorschläge und GPS-Daten für den Download.

Extratouren mit und ohne GPS

Man muss nicht  immer Satellitenunterstützung haben, um eine schöne Tour zu machen. Der Vogelsberger Höhenclub beispielsweise hat zahlreiche Strecken vorbildlich ausgeschildert. Ein weiteres besonderes Erlebnis versprechen die so genannten Extratouren. Das sind als Premiumweg zertifizierte Wanderrouten. Insgesamt gibt es acht Extratouren. Eine dieser Touren ist die NaturTour Nidda (siehe unten).

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Informations-Zentrum Hoherodskopf,
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